Älterer Mann mit grauen Haaren und Brille.

Timm Ulrichs

Das künstlerische Werk von Timm Ulrichs umfasst konzeptuelle Arbeiten, Skulpturen, Environments, Fotografien, Performances, Aktionen, Konkrete Poesie, Wandobjekte und textbasierte Arbeiten. 

Dabei entwickelte er eine radikale Ausweitung des Kunstbegriffs und überschritt Gattungsgrenzen. Ulrichs bezeichnete sich selbst als „Totalkünstler“ und meinte damit die Verbindung von Kunst und Leben auf einzigartige Weise. So rückte er seit den 1960er-Jahren sein Leben und seinen Alltag, aber auch seinen eigenen Körper als wesentlichen Bestandteil ins Zentrum seiner Kunst. Im Zuge dessen spielte Ulrichs stets mit Mehrdeutigkeiten, konfrontierte die Betrachtenden bisweilen mit viel Witz und entzog sich jeder eindeutigen Festlegung. Nicht zuletzt hinterfragte Timm Ulrichs damit vermeintliche Gewissheiten und rief uns diese immer wieder provokativ wie unterhaltsam ins Bewusstsein.

Timm Ulrichs (1940–2026), o.T. (Hommage à Mondrian III, Serielle Formation), 1974, Postkarten, 50 × 59 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014; Foto: Museum für Konkrete Kunst und Design, Helmut Bauer

Leinwand auf Keilrahmen mit holzähnlicher, verwitterter Oberfläche, Metallklammern und Papierfragmenten.

Timm Ulrichs (1940–2026), Großes Tacker-Bild, 1998, Inkjet-Print auf Leinwand auf Keilrahmen, 120 × 200 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014; Foto: Museum für Konkrete Kunst und Design, Helmut Bauer

Biografie

1940

geboren in Berlin

1959–1966

Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Hannover

1961

Gründung der „Werbezentrale für Totalkunst & Banalismus“ und Selbsterklärung als „erstes lebendes Kunstwerk“

1966

öffentliche „Selbstausstellung“ in der Galerie Patio in Frankfurt am Main

1969/70

Gastprofessor an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Braunschweig

1970

erste „Totalkunst“-Retrospektive im Museum Haus Lange in Krefeld

1972–2005

Professor an der Staatlichen Kunstakademie Münster

1977

Teilnahme an der documenta VI in Kassel

1985

Defet-Preis des Deutschen Künstlerbundes, Berlin; Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste Berlin

1999

„Kunstpreis der Künstler“ DER GROSSEN Kunstausstellung NRW Düsseldorf

2012

Aufnahme in die SKKD

2020

Käthe-Kollwitz-Preis der Berliner Akademie der Künste für sein Lebenswerk

2026

gestorben in Berlin

Vergangene Ausstellungen am MKKD

2022

Hängepartie. Kunst mit offenem Ende (Gruppenausstellung)

2022

Reflections / Spiegelwelten (Gruppenausstellung)

2015

Schwarz auf Weiß. Highlights aus der Sammlung Maximilian und Agathe Weishaupt und der Stiftung für Konkrete Kunst und Design (Gruppenausstellung)

2014

Einknicken oder Kante zeigen. Kunst der Faltung (Gruppenausstellung)

2014

Neon. Vom Leuchten der Kunst (Gruppenausstellung)

2014

eckig, bunt und rund. Eine Ausstellung für die ganze Familie (Gruppenausstellung)

2013

Timm Ulrichs. Bilder-Finder – Bild-Erfinder

2012

Raw Materials. Vom Baumarkt ins Museum (Gruppenausstellung

2012

Highlights II. 5 Jahre Stiftung für Konkrete Kunst und Design (Gruppenausstellung)