Lachender älterer Mann mit schwarzer Brille in einem Atelier.

Hartmut Böhm

Hartmut Böhm war ein Objektkünstler und Vertreter der konstruktiv-konkreten Kunst.

Bereits während seines Studiums an der Kunsthochschule in Kassel entstand sein erstes systematisches weißes Relief. Nach seinem Studium schloss sich Böhm 1965 der Künstlerbewegung Neue Tendenzen an, womit er internationale Beachtung fand. Böhms Arbeiten sind gekennzeichnet von einer klaren Systematik, die auf einfachen mathematischen und geometrischen Grundlagen basiert und die jederzeit von den Betrachtenden nachvollzogen werden kann. Dabei erzielen die Werke dynamische und bisweilen optisch verwirrende Wirkungen, die in einem charakteristischen Spannungsverhältnis zur Klarheit ihrer Struktur stehen. Seine Werke sind oft industriell vorgefertigte Produkte wie Stahlträger und Kunststoffe oder auch Gegenstände aus dem Alltag. In einer seiner wichtigsten Werkgruppen, der seriellen Progression gegen Unendlich, fokussierte er auf die Sichtbarkeit von Ordnungen und Systemen, indem er Zeichnungen und Installationen kontinuierlich gegen Unendlich erweiterte.

Zeichnung mit zahlreichen Quadraten, die dynamisch und unregelmäßig auf der Fläche angeordnet sind.

Hartmut Böhm (1938–2021), o.T., Konstruktionszeichnung für Quadratrelief, 1967, Bleistift und Farbstift auf Transparentpapier, 70 × 70 cm, © Atelier Hartmut Böhm | VG Bild-Kunst, Bonn 2014; Foto: Museum für Konkrete Kunst und Design, Helmut Bauer

Schwarz-weiße abstrakte Skulptur mit schrägem, gestaffeltem Aufbau vor hellgrauer Wand und dunklem Boden.

Hartmut Böhm (1938–2021), Progression gegen Unendlich mit 22,5° vom Boden zur Wand II, 1985, Stahl, 96 × 240 × 245 cm, © Atelier Hartmut Böhm | VG Bild-Kunst, Bonn 2014; Foto: Museum für Konkrete Kunst und Design, Helmut Bauer

Biografie

1938

geboren in Kassel

1958–1962

Studium an der Kunsthochschule Kassel

1965

Mitglied der Künstlerbewegung „Neue Tendenzen”

1969/70

Gastprofessor an der Kunsthochschule Kassel

1970

Dozent an der Werkkunstschule Dortmund

1973

Professor an der Fachhochschule Dortmund

1975

Kunstpreis der Stadt Gelsenkirchen

1987

USA-Reisestipendiat der Hand Hollow Foundation

1990

Camille Graeser-Preis, Zürich

2002

Projektstipendiat der Stiftung Kunstfonds

2009

Aufnahme in die SKKD

2021

gestorben in Berlin

Vergangene Ausstellungen am MKKD

2022

Hängepartie. Kunst mit offenem Ende (Gruppenausstellung)

2017

Out of Office. Büro-Kunst oder das Büro im Museum (Gruppenausstellung)

2015

Schwarz auf Weiß. Highlights aus der Sammlung Maximilian und Agathe Weishaupt und der Stiftung für Konkrete Kunst und Design (Gruppenausstellung)

2014

Neon. Vom Leuchten der Kunst (Gruppenausstellung)

2014

Millimeterarbeit. Hartmut Böhm nimmt Maß

2012

Raw Materials. Vom Baumarkt ins Museum (Gruppenausstellung)

2012

Highlights II. 5 Jahre Stiftung für Konkrete Kunst und Design (Gruppenausstellung)

2006

Die Neuen Tendenzen. Eine europäische Künstlerbewegung 1961–1973 (Gruppenausstellung)

2006

Szenenwechsel „Raum”