Frau im Halbprofil mit hochgestecktem Haar, weißem Hemdkragen und dunklem Pullover.

Traudl Brunnquell

Traudl Brunnquell war eine Designerin und Künstlerin, die für ihre farbkräftigen Leuchten bekannt geworden ist. 

Durch ihre Heirat mit dem Thüringer Unternehmer Karl-Heinz Brunnquell eröffneten sich Traudl Brunnquell ungeahnte Handlungsfelder. Das bis dahin eher pragmatisch betriebene Leuchtensegment der Firma ihres Mannes, die sich auf die Herstellung von elektronischen Apparaturen spezialisiert hatte, erregte ihr Interesse. Die knallig bunten Glasuren ihrer Modelle markierten eine neue Ära. Von kleinen, mit Tragegriff versehenen Nachttischleuchten, stapelbaren Leuchtwürfeln bis hin zu eindrucksvollen Terrassenleuchten lotete sie die Möglichkeiten des Keramischen aus. Der steigende Preisdruck und das veränderte Konsumverhalten in den 1980er-Jahren schlugen sich ebenfalls in der Gestaltung nieder. Die klare Formensprache der Anfänge verlor sich zusehends in modischen Spielereien. Brunnquells Designentwürfe haben bis heute nichts von ihrer Strahlkraft verloren.
 

Grüne organisch geformte Wandlampe aus Keramik, vor grünem Hintergrund.

Traudl Brunnquell (1919–2010), Wand-, Decken- oder Spiegelleuchte Nr. 4208, grün, 1978, Steingut, E27, 27,5 × 20 × 14 cm, © Stiftung für Konkrete Kunst und Design, 2019; Foto: Museum für Konkrete Kunst und Design, Hubert P. Klotzeck

Gelbe Stehlampe mit kugelförmigem Lampenschirm auf zylindrischem Sockel, vor gelbem Hintergrund.

Traudl Brunnquell (1919–2010), Stehlampe Nr. 15 068.1, gelb, 1972, Porzellan, E27, Schraubgewindeglas, Gesamthöhe 64 cm © Stiftung für Konkrete Kunst und Design, 2019; Foto: Museum für Konkrete Kunst und Design, Hubert P. Klotzeck

Biografie

1919

geboren in München

1933/34

Ausbildung zur technischen Zeichnerin

1945

Heirat mit dem Unternehmer Karl-Heinz Brunnquell (1913–1998); Übersiedlung nach Thüringen; Arbeitsbeginn bei dem Unternehmen „Brunnquell“

1948

Neugründung von „Brunnquell“ am Standort Ingolstadt, nachdem die Firmenstandorte in Thüringen durch die sowjetische Besatzung verstaatlicht worden waren

1961–1979

Leitung der Designabteilung der Firma „Brunnquell“

1977

Auszeichnung „Die gute Industrieform” 1977

1978

Eröffnung eines Leuchtmittelgeschäfts in Tel Aviv, Israel

1980

Hinwendung zur Malerei

2010

gestorben in Ingolstadt

2017

Aufnahme in die SKKD

Vergangene Ausstellungen am MKKD

2026

Becoming MKKD. On Planning and Creating a Museum (group exhibition)

2026

Becoming MKKD. Vom Planen und Entstehen eines Museums (Gruppenausstellung)

2019

Brunnquell. Lampendesign aus Ingolstadt