Mann mit Schnurrbart und dunklem Pullover, blickt konzentriert nach unten.

Imre Kocsis

Imre Kocsis war ein ungarisch-deutscher Grafiker und Objektkünstler, der im konkret-konstruktiven Stil arbeitete.

Die Auseinandersetzung mit dem Raum stand im Zentrum des Werks von Imre Kocsis. Aufbauend auf in erster Linie schwarz-weiß gehaltenen Bildern und Grafiken entwickelte er in über 30 Jahren zahlreiche Raum-Boden-Wand-Objekte, die sich ebenfalls durch eine völlige Reduktion auf die Nichtfarben Schwarz und Weiß auszeichneten. Indem er dadurch flächige zweidimensionale Strukturen in die Dreidimensionalität überführte, ließ Kocsis den Raum selbst zur Grundlage seiner Arbeiten werden. Durch das Legen, Stellen oder Anlehnen der flachen Objekte an die Wände entstanden Raumillusionen und -tiefe. Diese Interaktion mit dem jeweiligen Ausstellungsraum eröffnete immer wieder neue Sichtweisen auf die einzelnen Arbeiten und ermöglichte es den Betrachtenden, im Durchschreiten des Raumes das Gesehene stetig neu zu verorten.

Drei schwarze, unterschiedlich lange Stäbe liegen und lehnen auf einem grauen Boden vor einer weißen Wand.

Imre Kocsis (1937–1991), O.XXV.78, 1978, Pressspan, schwarz gestrichen, 3-teilig: je 4,8 × 16 × 250 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014; Foto: Museum für Konkrete Kunst und Design, Helmut Bauer

Schwarz-weiße geometrische Komposition, mit drei horizontalen Reihen aus weißen Rechtecken und diagonalen weißen Dreiecken in den Ecken auf schwarzem Grund.

Imre Kocsis (1937–1991), B.XI.71, o.T., 1971, Acryl, Leinwand, 115 × 140 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014; Foto: Museum für Konkrete Kunst und Design, Helmut Bauer

Biografie

1937

geboren in Karcag, Ungarn

1956

Emigration nach Deutschland

1958

Studium und Assistenz an der Hochschule für bildende Künste Hamburg

1965

erste Ausstellung in der Galerie Leonhart, München

1971

Übersiedlung nach Düsseldorf

1980

Aufenthalt in New York, P.S.1 (Heute MoMA PS1)

1982

Gast des Stedelijk Museums in Amsterdam

1989

Karl Ernst Osthaus-Preis der Stadt Hagen

1985

Gastdozent an der Schule für Bildende Kunst in Reykjavík, Island

1991

gestorben in Kalterherberg

2009

Aufnahme in die SKKD

Vergangene Ausstellungen am MKKD

2022

Reflections / Spiegelwelten (Gruppenausstellung)

2015

Schwarz auf Weiß. Highlights aus der Sammlung Maximilian und Agathe Weishaupt und der Stiftung für Konkrete Kunst und Design (Gruppenausstellung)

2012

Highlights II. 5 Jahre Stiftung für Konkrete Kunst und Design (Gruppenausstellung)