Junger Mann mit Pfeife im Mund in einer Jacke vor seinen Kunstwerken.

Hermann Bartels

Hermann Bartels überführte die Malerei von der Fläche in die Dreidimensionalität.

In den 1950er-Jahren arbeitete Bartels noch mit dick aufgetragenen Farbmassen und expressiv-intuitivem Pinselstrich. Ab den 1960er-Jahren entwickelte er die Technik der „Streifenüberspannung”, bei der er farbige Leinwandstreifen über weiß grundierte Bildflächen parallel nebeneinandersetzte. Mit dieser Methode verwandelte Bartels die Leinwand in ein Relief, das stärker als zuvor mit Schatten auf Licht reagierte. Neben der Untersuchung des dreidimensionalen Bildobjekts spielte für Bartels die Farbe eine entscheidende Rolle – sei es in seiner gestisch-abstrakten und einfarbigen Malerei oder bei den variablen Parallelmontagen, bei denen er streifenförmige Leinwände zu einem Werk konstruierte.

Vier horizontale, unterschiedlich breite Farbflächen in Lila, Rot, Orange und Gelb.

Hermann Bartels (1928–1989), No. 344, Waagerechte Streifenüberspannung, 1965, Acryl, Öl, Harzfarbe auf Leinwand, auf Spanplatte aufgezogen, 89,5 × 70 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014; Foto: Museum für Konkrete Kunst und Design, Helmut Bauer

Drei vertikal angeordnete, unterschiedlich farbige und geformte Rechtecke auf weißem Hintergrund.

Hermann Bartels (1928–1989), Skizze für Combine-Gruppe, 1980, Gouache, Kugelschreiber und Bleistift auf weißem Karton, 65 × 50 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014; Foto: Museum für Konkrete Kunst und Design, Helmut Bauer

Biografie

1928

geboren in Riesenburg, Westpreußen (heute Prabuty, Polen)

1946–1948

Drechslerlehre und Buchhändlerlehre

1948–1952

private Malstunden im Atelier des spätimpressionistischen Malers Kurt Bernecker (1896−1974)

1952–1960

Wohnsitz in Frankfurt am Main

1955

Kontakt zur Frankfurter Künstlergruppe „Quadriga“

1960

Übersiedlung nach Düsseldorf und Mitglied der neu gegründeten Galerie „dato“ in Frankfurt am Main

1962

Ausstellung mit ZERO-Gruppe in der Galerie Schindler in Bern

1989

gestorben in Düsseldorf

2010

Aufnahme in die SKKD

Vergangene Ausstellungen am MKKD

2026

Becoming MKKD. Vom Planen und Entstehen eines Museums (Gruppenausstellung)

2017

Out of Office. Büro-Kunst oder das Büro im Museum (Gruppenausstellung)

2015

Schwarz auf Weiß. Highlights aus der Sammlung Maximilian und Agathe Weishaupt und der Stiftung für Konkrete Kunst und Design (Gruppenausstellung)

2012

Highlights II. 5 Jahre Stiftung für Konkrete Kunst und Design (Gruppenausstellung)

2010

Hermann Bartels. Malerei zwischen Fläche und Raum