Architektur und Kunst am Bau

Durch eine eingebaute mehrstöckige „Box“ in der Halle erhalten die Büros und die Kunstvermittlung einen Platz direkt im Museum, das Erdgeschoss hingegen ist vor allem für die Öffentlichkeit da: Dort entstehen Gastronomie, Kasse, Shop sowie Garderobe und Sanitärbereich. Hier sind alle willkommen, ohne Eintritt zu zahlen, und erhalten dabei Einblicke in die Ausstellungsfläche. Denn das ist der Clou des Entwurfs von querkraft: Das Gros der Kunst befindet sich im Keller, aber durch einen Schlitz zwischen Erd- und Untergeschoss ist der Blick von oben nach unten und andersherum möglich.

Von der Halle gelangt man über eine zentrale Treppe in den rund 2.000 Quadratmeter großen, architektonisch relativ nüchternen Ausstellungsbereich. Hier rückt allein die Kunst in den Mittelpunkt, ohne in kreativen Konflikt mit dem bestehenden Gebäude zu geraten. 

Impressionen von der Baustelle © Johannes Hauser

A central staircase leads from the hall to the relatively sober exhibition area, which covers around 2,000 square meters. Here, the focus is solely on art, without coming into creative conflict with the existing building.

An integrated multi-storey “box” in the hall houses the offices and art education directly in the museum, while the first floor is primarily for the public: a restaurant, ticket office, store, checkroom and sanitary facilities will be created there. Everyone is welcome here without having to pay admission and will be able to view the exhibition space.

This is the highlight of querkraft's design: most of the art is located in the lower ground floor, but a narrow opening between the ground floor and the lower floor allows a view from above to below and vice versa

Update
Was gibt es Neues an der MKKD Baustelle?
Neuigkeiten und aktuelle Bilder

Kunst am Bau

Unter „Kunst am Bau“ versteht man die Integration von Kunstwerken in Architektur und städtische Räume. Sie schafft eine Verbindung zwischen Kunst und Gebautem, bereichert das öffentliche Leben und macht Kunst für alle zugänglich. Das MKKD − Museum für Konkrete Kunst und Design präsentiert im Neubau mehrere besondere Projekte.

Im MKKD werden Arbeiten von Esther Stocker und Thomas Laubenberger-Pletzer gleichsam Teil der Architektur. Diese Kunstwerke sind nicht nur visuelle Höhepunkte, sondern zugleich wichtige Beiträge zur Identität und Ästhetik des MKKD. 

Erfahren Sie hier mehr zu den beiden Künstler*innen und den Projekten:

Eine vergleichbare Arbeit von Esther Stocker im Kunstraum Dornbirn: Installationsansicht „Esther Stocker. Zweifel an der Gerade", Kunstraum Dornbirn, 2014 © Esther Stocker

Esther Stocker

Die Installation

Für das Erdgeschoss des MKKD entsteht eine neue Arbeit, die eigens für die Halle konzipiert wurde. Bildgewaltig schafft Esther Stocker mit ihrer Kunst einen neuen Anziehungspunkt in der „Gießereihalle“, ohne der Architektur gänzlich die Aufmerksamkeit zu stehlen. Im Raum hängt eine gewaltige geknüllte Kugel aus Vinyl und Aluminium, auf der sich ein Raster aus schwarzen Quadraten auf weißem Grund erstreckt. Begleitet wird sie durch Elemente am Boden. Hier sind alle eingeladen, sich direkt auf der Kunst niederzulassen. Esther Stockers Arbeit spiegelt so das Profil des neuen Museums unmittelbar wider: sich zwischen Kunst und Design zu bewegen.
 

Zur Künstlerin

Esther Stocker (* 1974 in Silandro, IT) ist berühmt für ihre Werke in schwarz-weißer Rasterung, die über ihre grafischen Reize die Wahrnehmung auf den Prüfstand stellen. In Ingolstadt realisierte sie bereits eine beeindruckende Raumarbeit in der Ausstellung „Mind the Gap!“ (06.09.2021 bis 06.06.2021), die den Betrachtenden die Sinne verdrehte. Esther Stockers Arbeiten verbinden Kunst, Architektur und Design in spannungsvoller Weise. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Wien.

Thomas Laubenberger-Pletzer am MKK: Mit seiner in situ Arbeit in der Ausstellung „Zurück auf Start Die Sammlung Gommringer und 30 Jahr Museum für Konkrete Kunst" im Jahr 2023

Thomas Laubenberger-Pletzer

Das Konzept

Insgesamt acht Standorte im MKKD werden Kunstwerke auf Glas von Thomas Laubenberger-Pletzer präsentieren. Die erforderliche und üblicherweise nüchtern gestaltete Sicherheitsbeklebung auf Glasflächen verwandelt sich bei ihm zu Kunst. Im Eingangsbereich, auf Pendeltüren oder Schiebewänden – überall dort begegnet man künftig Laubenberger-Pletzers Arbeiten. Humorvoll greift er darin Bezüge zur Geschichte der Konkreten Kunst sowie zum Gebäude auf. So steht etwa am Eingang: „ab hier ist die kunst konkret“. Ganz offensichtlich gibt sich dies allerdings nicht zu erkennen: Die Besuchenden werden viel mehr von fortlaufenden Rasterbändern aus Quadraten und eigenen Schriftzeichen durch das Gebäude begleitet, die vertikal, horizontal oder gespiegelt angeordnet sind. Die Arbeiten fangen die Blicke ein, wollen entdeckt und entziffert werden. Gleichzeitig lenken sie den Fokus auf die sie umgebende Architektur.

 

Zum Künstler

Am Anfang der Werke von Thomas Laubenberger-Pletzer (* 1969 in Kitzbühel, AT) steht die gezeichnete Linie auf weißem Grund. Den Künstler fasziniert ihre minimale Präsenz und gleichzeitig die Fülle an Ausdrucksmöglichkeiten. Für das MKK fertigte er die Wandinstallation „die ganze geschichte – vom anfang bis zum ende bis zum anfang“ für die Ausstellung „Zurück auf Start! Die Sammlung Gomringer und 30 Jahre Museum für Konkrete Kunst“ (26.03. bis 24.09.2023) an. Bereits hier waren die Besuchenden zum Entschlüsseln des Schriftbandes aufgefordert. Laubenberger-Pletzers Arbeiten folgen einem konzeptuellen Anspruch und stehen oft in Verbindung zu Schrift und Sprache, weshalb sie sich besonders für Kunst-am-Bau-Projekte eignen. Der Künstler lebt und arbeitet in Wien.